<h1>Rubellit - Rivale des Rubins</h1> <h2>Rot und nur Rot</h2> <p>Hinter diesem Edelstein mit dem geheimnisvollen Namen verbirgt sich ein Turmalin. Das lateinische "rubus"war Namenspate. Rubellit (auch in der englischen Form „Rubellith“ gebräuchlich) bezeichnet also zunächst einmal einen Turmalin in der Farbe Rot oder Rosa. Was einen roten Turmalin zum Rubellit macht, ist seine Farbtreue. Ob bei Tageslicht oder Kunstlicht, der Farbeindruck verändert sich nicht. „Normale“ Turmaline in Rot oder Rosa zeigen dagegen, bei Tageslicht betrachtet, einen leichten Braunton im Rot. Diese Veränderung der Farbwirkung je nach Wechsel der Lichtart ist für viele Edelsteine typisch. Wegen seiner Farbbeständigkeit hat es der Rubellit verdient, aus der großen Familie der Turmaline mit einem eigenen Namen herausgehoben und ausgezeichnet zu werden. Die Farbskala, in denen dieser Turmaline der besonderen Art auftritt, reicht von Rosa über Rot zu Pink. Zahlreiche Farbnuancen sind möglich. Pastellrosa, Lachsrot, Violett, Lavendel sind nur einige dieser Töne. Besonders geschätzt wird ein Rot, das an Rubinrot erinnert, also ein Rot mit einem ganz leichten Blauton. Wie nahe ein Rubellit an den Rubin, den König der roten Edelsteine herankommen kann, wird durch den Umstand beweisen, dass nicht wenige historische Rubine etwa in Kronjuwelen bei modernen Untersuchungen als Rubellithe „entlarvt“ wurden. Wie bei Turmalinen häufig, handelt es sich um fast immer um Naturfarben, die keine Verstärkung durch Erhitzen oder Bestrahlen benötigen.</p> <h2>Herkunft und Schliff</h2> <p>Rubellite bergen fast immer Einschlüsse in ihrem Inneren. Der Edelsteinliebhaber wird dies nicht als Abwertung sehen, solange die Einschlüse nicht zu kompakt sind und die Transparenz und Leuchkraft trüben. Feine nadelförmige Einschlüsse reflektieren das eintretende Licht und verleihen dem Stein mit diesem Lichtspiel zusätzliches Leben. Im 18. und 19. Jahrhundert lieferten Südostasien und Sibirien den Turmalin mit dem begehrten Rot. Heute kommen Rubellite aus Madagaskar, den USA, Brasilien, aber auch aus Afrika (Mosambik). Geschliffen wird der Rubellit meist wie andere Turmaline auch in Oval- oder Rundform, die Facetten bringen die leuchtende Farbe besonders gut zur Geltung. Bei einschlussreicheren Exemplaren bietet sich der Cabochonschliff an. Die verschiedenen Wachstumsmerkmale wie Fahnen, Bläschen oder Fremdeinschlüsse können dann wie in einem dreidimensionalen Bild betrachtet werden.</p>